Wer nicht will deichen, muss weichen

Es sind schlimme Bilder, die da täglich aus Rheinlandpfalz, Nordrhein-Westphalen, Bayern und Sachsen über die Mattscheibe flimmern. Wir hier in nördlichen Breiten haben Glück gehabt. Noch! Diese ortsgebundenen Starkregenereignisse können jedoch auch hier passieren. Wer aber mag sich vorstellen, dass die Semkenfahrt (Schiffgraben) zu einem alles mitreißenden Strom wird oder die Wörpe auf 200 Meter alle Häuser links und rechts davon fortschwemmt. Heute lächelt man vielleicht darüber. Zurück bleiben Chaos, Not und Sperrmüll- und Schuttbergen. Abgesehen von Starkregen reicht auch schon eine heftige Sturmflut wie 1981 mit gebrochenen Deichen entlang der Weser, Wümme und Hamme und einem zerstörten Lesum-Sperrwerk die ganze Gegend voll laufen zu lassen wie eine Badewanne. Wer erinnert sich noch daran, wie der ganze Haststedter Bulten, die gesamte Kleingartensiedlung, die Weser herunterschwamm? Und der Rückstau an den Brücken weitere Überschwemmungen verursachte? Adolphsdorf liegt nur im Scheitel bei 11 Meter über NN (NormalNull). Die Deiche sind auf 8 Meter ausgelegt und der Meerespegel steigt jedes Jahr um 18 cm. Im Grunde genommen dürften Häuser hier nur noch auf Warften – wie es die Altvorderen vorgemacht haben – gebaut werden.

 

Aber zurück zum Thema. Im Fall des Falles ist es gut zu wissen, dass man versichert ist. Manches kann auch die beste Versicherung nicht ersetzen, aber die Dinge, die man täglich benötigt schon.

Wer also zahlt für Schäden am Haus, an der Wohnung oder an der Einrichtung? 

Für Schäden an Haus, Wohnung oder dem Inventar kommen Hausrat- und Wohngebäudeversicherung auf. Zum Hausrat gehören alle beweglichen Gegenstände wie beispielsweise Möbel, technische Geräte oder auch Kleidung. Zum Wohngebäude zählt alles rund ums Haus. Beide Versicherungen decken im Bereich der Naturgefahren die Risiken Sturm und Hagel ab. 

Um das Eigentum bei Überschwemmungen durch Niederschläge oder übertretende Flüsse zu schützen, brauchen Hausbesitzer eine zusätzliche Absicherung über weitere Naturgefahren. Diese greift dann auch bei Schäden gegen weitere Naturgefahren wie Erdrutsch, Schneedruck, Rückstau, Lawinen, Erdbeben und Vulkanausbrüche. 

Wer zahlt für Schäden am parkenden Auto?

Auch viele parkende Autos, abgestellte Wohnmobile und Anhänger wurden von den Wassermassen über- oder fortgeschwemmt. Abhängig davon, wie tief das Auto im Wasser stand, ist ein Totalschaden nicht auszuschließen. Man sollte das Auto gar nicht erst starten, sondern es stattdessen zum nächsten trockenen Ort schieben oder direkt in die nächste Werkstatt abschleppen lassen. Wer zahlt dafür? Die Kfz-Haftpflichtversicherung reicht hier nicht aus, sehr wohl aber die Teilkaskoversicherung. Diese sollte man schnellstmöglich auf irgendeinem Weg informieren. 

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