Erleichterungen für Geimpfte und Genesene

Geimpfte und Genesene können in Deutschland wieder mehr Freiheiten genießen. Eine entsprechende Verordnung des Justizministeriums wurde am Donnerstag zunächst vom Bundestag – und nun auch vom Bundesrat abgesegnet. Schon zum Wochenende kann die Verordnung greifen, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier muss sie noch per Unterschrift in Kraft setzen. Eine reine Formsache.

Diese vier Erleichterungen treten in Kraft:

1. Die geltenden Kontaktbeschränkungen fallen weg. Das heißt: Geimpfte und Genese dürfen sich mit beliebig vielen anderen Geimpften und Genesenen treffen. Bei Treffen mit Ungeimpften, etwa im Familien- oder Freundeskreis, werden sie nicht eingerechnet. Besucht also eine geimpfte Mutter und ein ungeimpfter Vater mit dem Kleinkind die ungeimpften Nachbarn, dann ist das jetzt erlaubt: Der Vater ist die eine Kontaktperson, die der Nachbarhaushalt empfangen darf. Die Mutter zählt nicht mehr.

2. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen gelten nicht mehr. Geimpfte und Genesene dürfen sich nachts bewegen, ohne lokale Bestimmungen der Bundesnotbremse berücksichtigen zu müssen.

3. Die Quarantänepflicht nach Reisen entfällt. Mit einer Ausnahme: Reisen Geimpfte oder Genesene aus einem Virusvariantengebiet ein, gilt die Quarantäne doch. Noch ist unklar, wie solide der Impfschutz bei Mutanten greift – die Ausnahme gilt hier als Schutzmaßnahme.

4. Geimpfte und genesene Menschen werden zudem den Negativ-Getesteten gleichgestellt. Das heißt, sie müssen vor einem Friseurbesuch oder dem Termin-Shopping nicht mehr zum Schnelltest.

Aber: Die Pflicht zum Tragen einer Maske an bestimmten Orten sowie das Abstandsgebot im öffentlichen Raum gelten weiterhin.

Wer gilt als geimpft?

Jeder, der den vollständigen Impfschutz erhalten hat.

Laut Verordnung ist das der Fall, wenn nach der letzten notwendigen Einzelimpfung mindestens 14 Tage vergangen sind. Bei den Impfstoffen von Biontech, AstraZeneca und Moderna gilt das entsprechend nach der Zweitimpfung. Bei nur einmalig zu verimpfenden Vakzinen von Johnson & Johnson hingegen schon nach der Erstimpfung.

Wie weise ich meine Impfung nach?

Die geimpfte Person muss als Beleg einen Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch vorlegen können. In der Regel genügt der Impfpass. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellte zudem einen digitalen Impfausweis für den Sommer in Aussicht.

Wer gilt als genesen?

Jeder, der schon einmal eine Coronainfektion überstanden hat. Laut Verordnung allerdings nur, wenn die Erkrankung nicht länger als sechs Monate her ist.

Wie weise ich nach, dass ich Corona hatte?

Akzeptiert wird nur der Nachweis eines positiven PCR-Labortests – positive Schnelltests genügen nicht. Dieser PCR-Test muss mindestens 28 Tage alt sein. Und darf höchstens sechs Monate alt sein – weil nur so lange von einem ausreichenden Immunschutz ausgegangen werden kann.

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