Meistens abhörsicher: die diversen Messenger

Eine der meistverbreiteten Apps ist ohne Zweifel nach wie vor WhatsApp. Zwar hat Whatsapp einige Nutzer verloren, die nicht die neuen AGBs akzeptieren wollen. Aber auch die haben noch Zeit. Whatsapp wird bei ihnen nicht gelöscht.

 

Es ist also naheliegend, die Chat-App auch für Telefonate und Videochats zu verwenden. In puncto Verschlüsselung spricht auch nichts dagegen: WhatsApp nutzt das Secure Real-Time Transport Protocol (SRTP) für die Audio- und Videokommunikation. Die Gespräche sind E2E-verschlüsselt und lassen sich nach derzeitigem Stand nicht belauschen. Im einfachsten Fall rufen Sie besser über WhatsApp an als vollkommen unverschlüsselt über Festnetz oder Handy-Telefonat. Das funktioniert sogar in Gruppen mit bis zu 8 Teilnehmern.

Doch die Sache hat auch zwei Haken: Die Anruf-Funktion funktioniert derzeit nur am Smartphone oder Tablet, nicht per WhatsApp Web am Rechner. Und dann ist da auch noch der Megakonzern Facebook, der sich WhatsApp vor einiger Zeit einverleibt hat und sein Geld bekanntlich mit den Daten seiner Nutzer verdient. Die Versuchung, sich zumindest an den Metadaten der Nutzer zu bedienen und zum Beispiel das Telefonbuch auszuwerten, ist groß. Und falls eines Tages eine Krypto-Backdoor angeordnet werden sollte, dann wäre WhatsApp vermutlich der erste Dienst, der sie umsetzen muss.

Wer Wert auf Datenschutz legt, greift daher zu Signal. Die App funktioniert wie WhatsApp und nutzt die gleiche Verschlüsselung, versucht aber möglichst wenig Metadaten anfallen zu lassen und ist Open Source. Wer möchte, kann also eigenhändig im Quellcode nach Backdoors suchen. Auch über Signal kann man in Ton und Bild telefonieren, das klappt auch am Rechner. Vor Kurzem wurden die Videocalls für Gruppen mit bis zu fünf Teilnehmern freigeschaltet.

Googles Pendant heißt Google Duo und setzt ebenfalls auf E2E, das Limit liegt ebenfalls bei 32 Personen. Passende Apps gibt es für Android und iOS, am Rechner kann man auf die Web-App per Browser zurückgreifen. Google macht auf seiner Website kein Geheimnis daraus, dass Metadaten wie Telefonnummern und Geräte-IDs der Gesprächsteilnehmer »ungefähr einen Monat lang sicher auf Google-Servern« gespeichert werden, »um Fehler zu beheben und Funktionen zu verbessern«.

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