Böhmi aus Vegesack macht Sachen

Das Ganze könnte auch eine gute PR-Aktion sein. Am kommenden Freitag startet die neue Böhmermann-Show im ZDF.

Die Social-Media-Kanäle des Satirikers Jan Böhmermann sind seit Freitag weiterhin nicht erreichbar. Sowohl bei Twitter als auch bei Instagram und Facebook blieben die Accounts vorerst deaktiviert. Zugleich wurde bei dem Messengerdienst Telegram ein neuer Kanal unter dem Namen „realjanböhmermann“ eröffnet. Ein Zusammenhang blieb vorerst unklar.

Der 39-jährige TV-Moderator („ZDF Magazin Royale“) hatte sich in einem am Freitag veröffentlichten Interview bei „T-Online“ sehr kritisch über Telegram geäußert: „Vielleicht wird das (Telegram) meine Alternative zu Facebook – die Plattform, wo früher die manipulierbaren Idioten saßen.“ Böhmermann sagte über Telegram: „Es ist ein unregulierter Raum, bei dem der Staat absolut keine Ahnung hat, was passiert. Für Anarchisten ist das toll. Aber solange der Staat das nicht schnallt und solange er dort nicht eingreift, nicht sieht, was dort passiert, können und müssen wir das als Realität hinnehmen.“

Der Messengerdienst Telegram wird von den Gründern des russischen sozialen Netzwerks Vk.com als Non-Profit-Unternehmen betrieben und entzieht sich weitgehend dem Zugriff von Strafverfolgungsbehörden und anderen staatlichen Stellen. Das macht den Dienst zum einen für Menschenrechtler, Whistleblower und Journalisten interessant. Telegram ist gleichzeitig aber auch ein Zufluchtsort für Menschen, die Verschwörungserzählungen verbreiten, gesetzeswidrige Aktionen besprechen oder Beleidigungen aussprechen.

Man muss nicht Böses im Schilde führen oder Mitbürger mit Verschwörungs- und anderen Theorien belästigen, aber Telegram ist ein echtes Schatzkästchen für Bastler. Fast nichts ist unmöglich.

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