Nur nicht verrückt spielen

Mittlerweile ist vermutlich allen klar, dass eine Rückkehr zum Normalzustand vor der Corona-Krise erst dann erfolgen wird, wenn ein wirksamer Impfschutz existiert. Das soll nach Aussagen von Medizinern frühestens Ende des Jahres möglich sein. Bis dahin werden wir in einer Trial & Error-Zeit leben. Es wird Lockerungen geben, die dann ggf. wieder zurückgedreht werden müssen, wenn das Virus wieder zuschlägt. Der viel gescholtene Föderalismus in Deutschland hat hier einen Vorteil. Es kann regional reagiert werden und es muss nicht immer gleich das ganze Land wieder in Corona-Starre verfallen.

Erste Lockerungen sehen wir, wenn die kleinen Ladengeschäfte wieder öffnen. Betriebe müssen ihre Mitarbeiter wieder einsammeln, hoffentlich gesund. Irgendwann werden auch Schulen und Universitäten wieder zu einer Art Normalbetrieb kommen. Gleiches gilt für die Industrie, obwohl hier noch einige Zeit Lieferketten repariert werden müssen.

Ganz entscheidend ist jetzt aber, dass die Menschen nicht verrückt spielen. Isolation, Abstand und auch Einsamkeit sind hart und in vielen Fällen nur schwer zu ertragen. Egal in welche Floskel man die Forderung giesst, – Flaten the curve oder Bleibt zu Hause – es kommt darauf an die Menschen mitzunehmen, und zwar alle. Für Yuppies in gentrifizierten Quartieren ist es einfacher sich an die Regeln zu halten als für Menschen ohne Obdach. Die alleinerziehende Mutter, die zwei Kinder “bespielen” muss und nebenbei noch versucht ihrer Berufstätigkeit nachzugehen, ist der Shutdown zugleich der Knockout. Die Folgen dieser Zeit werden irgendwann sichtbar werden.

Wir haben mit dieser Pandemie eine Grenze erreicht. Diese Grenze sollte jeden Menschen zu Nachdenken anregen. Das Virus wird vorübergehen, in diesem Jahr, im nächsten Jahr. Und dann müssen wir ernsthaft in Sachen Klima zur Tat schreiten. Das Problem Klimawandel ist nicht mit Mundschutz und Impfungen zu lösen.

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