Pflege: Was kommt nach der aktuellen Aufmerksamkeit?

Das, was in der Pflege, in den Heimen, Einrichtungen und Diensten, jetzt passiert, war lange vorhersehbar. Die Pflege, insbesondere die Pflegekräfte, waren vorher bereits am Limit und auch weit darüber hinaus. 

Mit der Einführung der Pflegeversicherung ist die Pflege zu einem Spekulationsobjekt für das Kapital geworden. Das war, wenn man allein die Terminologie des Gesetzes verfolgt, auch so gewollt. Man hat bewusst in Kauf genommen, dass der Mensch in den Hintergrund rückt und der Profit das Sagen hat. Um Profit zu erzielen gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Gute Arbeit leisten oder 2. an den Menschen sparen, am Lohn und Gehalt. Die Investitionen müssen sich lohnen bzw. sich schnell refinanzieren. Also wird der Lohn gedrückt. Nichts anderes spielt sich seit längerer Zeit auch in anderen Wirtschaftsbereichen ab, siehe Paketdienst, Speditionen, Dienstleistungen allgemein. Das geht schnell und nahezu geräuschlos beim Personal, weil es keine Lobby gibt. Und das geht bei den Objekten der Pflege, den sog. “Kunden”, weil auch sie keine wirkliche Vertretung haben – ausser vielleicht den Angehörigen.

Der alte Gewerkschaftsgedanke “Nur gemeinsam sind wir stark” muss endlich auch in diesem sensiblen Bereich des gesellschaftlichen Miteinanders Fuss fassen. Da muss die Pflege einmal durch, auch wenn es wieder Bedenkenträger gibt nach dem Motto “Aber wir sind doch für die Menschen da”. Wollen wir hoffen, dass das so bleibt. Die Geschichte zeigt, dass Fortschritte oder Verbesserungen kaum durch Diskussionen erreicht wurden. Das Wort “Gewerkschaftskampf” hat seine Bedeutung noch lange nicht verloren, denn verschenkt wird nichts.

Das derzeitige Schulterklopfen der breiten Öffentlichkeit und die vielen Lobesgesänge bringen den Pflegerinnen und Pflegern gar nichts, denn sie werden schnell vergessen sein. Echte Wertschätzung drückt sich nun mal in Geld aus und da wäre es nur richtig ausgebildete Pflegerinnen und Pfleger wie z.B. Lehrer ordentlich zu bezahlen. Und auch für Pflegehelferinnen und -helfer muss der Lohn weit über dem Mindestlohn liegen, den gerade sie tragen die Hauptlast. Daß wir in diesem Zusammenhang überhaupt vom “Mindestlohn” sprechen ist eine Frechheit.

Was wäre, wenn alle, die jetzt an der Gesundheitsfront für uns kämpfen, mal eine Woche zu Hause blieben. Einfach so, ohne Rücksicht auf Opfer. Deutschland würde zusammenbrechen!

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