Händewaschen ist nicht alles, aber ohne ist alles nichts

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Covid-19 jetzt zur Pandemie erklärt: Mittlerweile haben wir es mit mehr als 118.000 bestätigten Infektionen in 114 Staaten zu tun. Wie viele Menschen eine Infektion überstehen werden, lässt sich derzeit nicht seriös beantworten. Von den mehr als 80.000 Erkrankten in China sind jedenfalls rund 66.000 wieder gesund.

Die Spanische Grippe war eine Influenza-Pandemie, die durch einen ungewöhnlich virulenten Abkömmling des Influenzavirus (Subtyp A/H1N1) verursacht wurde und zwischen 1918 und 1920 mindestens 25 Millionen, nach einer Bilanz der Fachzeitschrift Bulletin of the History of Medicine vom Frühjahr 2002 sogar knapp 50 Millionen Todesopfer forderte.

Die Auswirkung der Pandemie ist damit in absoluten Zahlen mit dem Ausbruch der Pest von 1348 vergleichbar, der damals mehr als ein Drittel der europäischen Bevölkerung zum Opfer fiel. Eine Besonderheit der Spanischen Grippe war, dass ihr vor allem 20- bis 40-jährige Menschen erlagen, während Influenzaviren sonst besonders Kleinkinder und alte Menschen gefährden. Ungeachtet des irreführenden Namens, der auf zeitgenössische Zeitungsmeldungen zurückgeht, gehen die meisten Wissenschaftler heute davon aus, dass die Pandemie ihren Ursprung in den USA hatte.

Varianten des Subtyps A/H1N1 verursachten 1977/1978 den Ausbruch der Russischen Grippe und 2009 der „Schweinegrippe“-Pandemie.

Händewaschen hilft

Händewaschen ist nicht alles, aber ohne ist alles nichts. Es ist so einfach. Mit einem wirklich gründlichen Händewaschen, nicht unter 30 Sekunden, ist schon vieles erreicht. Es muss keine besondere Seife sein, Eine einfache Faustregel: einmal in der Stunde Händewaschen, egal wie, egal wo!

Frauen beherzigen diese Empfehlungen laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) übrigens mehr als Männer. In einer 2015 durchgeführten Umfrage gaben die weiblichen Befragten deutlich häufiger an, sich die Hände zu waschen. Dafür sprechen auch Beobachtungsstudien der London School of Hygiene & Tropical Medicine mit rund 250.000 Menschen. Auf Raststättentoiletten benutzte demnach nicht einmal jeder dritte Mann Wasser und Seife, bei den Frauen waren es immerhin 64 Prozent.

Um die 30-Sekunden-Regel zu verinnerlichen, empfehlen Ärzte, beim Händewaschen gedanklich zweimal eine kurze Melodie zu pfeifen oder zu singen. Vorschläge finden Sie hier.

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