Alle hassen Plastik

Alle hassen Plastik! Ach was? Andererseits: Alle kaufen Plastik. Und vor einigen Wochen vermeldete das Umweltbundesamt: Die Menge an Verpackungsmüll in Deutschland ist mal wieder angestiegen, auf nunmehr 226 Kilo pro Kopf, 23 Prozent mehr als im Jahr 2000. Die Hälfte davon fällt in Privathaushalten an. Und dort geraten Verpackungen, Restmüll und Küchenabfälle oft durcheinander. In den gelben Säcken und Tonnen landen 40 bis 60 Prozent Fehlwürfe, klagt die Entsorgungsbranche.

Von der viel gepriesenen Kreislaufwirtschaft ist Deutschland meilenweit entfernt, denn Neu-Plastik besteht tatsächlich nur zu rund zwölf Prozent aus Recyclingmaterial. Alles nur Show!

Wenn man dann berücksichtigt, dass Forscher in den kleinsten Tiefseefischen bereits große Mengen an Mikroplastikteilchen entdeckt haben, die dann bekanntlich auch in die Nahrungskette gelangen, dann müssten bei allen die Alarmglocken schrillen. Es gibt viele gut gemeinte Initiativen, die sich bemühen die Plastikmüll-Inseln auf den Ozeanen nicht noch größer werden zu lassen, aber vielleicht ist das längst zu spät. Plastikmüll ist genau wie Atommüll in der Welt und wird so schnell nicht wieder verschwinden.

Als normaler Mensch und Konsument kann man nur mit einem totalen Verzicht auf Plastik reagieren. Die beste Art der Vermeidung ist immer noch den Müll, insbesondere den Verpackungsmüll, erst gar nicht zu produzieren. Das hiesse aber: Verzicht auf Bequemlichkeit. Und da sehe ich schwarz für unsere Gesellschaft. Verlassen können wir uns allerdings auf die Evolution. Mutationen sind in der Natur an der Tagesordnung. Vielleicht gibt es, nach einem Mutationssprung in den kommenden Jahrhunderten, den Plastikmenschen (lat. Homoplastikus), der ohne Plastikniere, Plastikherz, Plastiklunge usw. nicht leben kann. Im Kopf hat er lediglich einen Plastikchip … und ist ein zufriedener Kunde und Konsument.

Teilen:

Schreibe einen Kommentar